Aeopyrithen - magische Steinsäulen

Interessiert schaust du dich in dem kleinen Kabinett des Magiers um. An der einen Wand entdeckst du ein Bild, auf dem verschiedene eigenartige Säulen abgebildet sind. Beschriftet ist es mit "Aeopyrith-Formen".
Nachdem du die einzelnen Gebilde genauer betrachtet hast, drehst du dich zu Zhorthémus um und fragst ihn, was es mit diesen Säulen aufsich hat. Der Magier räuspert sich kurz, bevor er mit seiner Erklärung beginnt.

   "Als Aeopyrithen (sprich Äopürit - die Betonung liegt auf der letzten Silbe) bezeichnet man magische Steinsäulen, die man an den verschiedensten Orten des Lichtreiches findet. Auch wenn man sie meist nur zufällig oder durch systematisches Suchen entdeckt, gibt es weit mehr davon auf dieser Welt, als man annehmen möchte, denn nicht selten verbergen sie sich an den unmöglichsten und unwegsamsten Plätzen.

Diese Steinsäulen sind stets aus massivem Gestein. In ihrer Form variieren sie stark, mitunter könnte man meinen, es handelte sich um von Hand behauene Felsblöcke, doch das ist ein Irrtum. Aeopyrithen entstehen auf natürliche Weise, ähnlich wie Tropfsteine in einer Höhle. Die Ursache dafür ist das Krél, das aus dem Planeteninneren bis zur Oberfläche vordringt und bei seinem Weg durch die verschiedenen Gesteinsschichten Mineralien herauslöst und an sich bindet. Diese werden so mit nach oben transportiert und dort, wo das Krél aus dem Boden tritt, abgelagert. Auf diese Weise wachsen im Laufe der Zeit aus dem Krél-Mineral-Gemisch die magischen Säulen zu recht ansehnlichen Steingebilden heran. Versiegen die Krélausdünstungen, so stagniert auch das Wachstum des Aeopyrits. Zwar bleibt das magische Feld, das sich um jeden aktiven Aeopyrith herum aufbaut, danach noch viele Jahre erhalten, doch wird es stetig schwächer, bis es irgendwann ganz erlischt. Eine solche Säule verwittert dann wie gewöhnlicher Stein.

Ein Aeopyrith kann sehr verschieden in Form und Farbe sein. Letzteres hängt von den Gesteinsarten ab, die das Krél bei seiner Reise zur Oberfläche durchdringen musste, da je nach Art verschiedene Mineralien gelöst werden. Wodurch die unterschiedlichen Formen entstehen ist noch nicht völlig klar. Wir nehemn an, dass die magischen Felder, von denen Aeopyrithen stets umgeben sind, einen großen Einfluss darauf haben, ebenso wie die Art des Gesteins und die Qualität des Kréls. Einige verbreitete Aeopyrithformen kann man auf der Abbildung sehen."


Bei diesen Worten drehst du dich noch einmal zu dem Bild um und betrachtest die verschiedenen Formen genauer. Einige der abgebildeten Säulen haben solch eine wunderliche Form, dass du dir kaum vorstellen kannst, wie so etwas zustande kommt, wodurch das ganze noch faszinierender für dich wird. Da du noch mehr über die Aeophyrithen erfahren möchtest, wendest du dich wieder Zhorthémus zu und lässt ihn in seiner Erklärung fortfahren.

   "Aeopyrithen kommen nicht nur auf dem Land vor, es wurden bereits einige auf dem Grunde von Meeren oder Seen entdeckt. Am berühmtesten davon sind wohl die ringförmig angeordneten Bogensäulen im Sternenglanzsee, die von den Sinraj-Leàren als Verankerung für ihre Unterwasserstadt Imeryll genutzt werden. Die gewaltige Stadtkuppel erhält durch die Aeopyrithen nicht nur den notwendigen Halt, sondern wird zusätzlich durch die magischen Felder der Säulen wie von einem Kraftfeld vor schweren Beschädigungen geschützt. Auch im Lundreanischen Ozean finden wir solche magischen Säulen; so sind einige Stützpfeiler der Lundrea-Brücke nichts anderes als Unterwasser-Aeopyrithen. Der größte bisher bekannte Aeopyrith ist übrigens der Orakelberg, der sich im Norden Elmjards befindet."

Mit seiner knochigen Hand deutet der Magier aus dem Fenster und obwohl der Orakelberg viele Meilen weit entfernt liegt, kannst du ihn am Horizont aufragen sehen.

   "Für die Kunst der Magie nehmen diese Steingebilde einen besonderen Stellenwert ein. So üben die sie umgebenden magischen Felder einen erheblichen Einfluss auf Objekte und Lebewesen aus, die sich über einen größeren Zeitraum hinweg in ihrer Nähe aufhalten. Einige Pflanzen oder auch bestimmte Mineralien (zB. Thaolit) nehmen Krél auf und speichern es, wenn sie sich länger innerhalb eines magischen Feldes befinden. Manchmal kommt es in der Umgebung eines Aeopyrithen zu spontanen elementarmagischen Erscheinungen wie Feuersbrünsten, Gefrierungen, elektrische Entladungen oder ähnlichem. Auch das Unsichtbarwerden von Personen und Objekten ohne ersichtlichen Einfluss einer zauberkundigen Person wurde schon häufig beobachtet.
Für einen speziellen Magierkreis sind die Aeopyrithen noch von ganz anderem Interesse, denn sie bergen die Grundlagen zu einer besonders mächtigen Magieform, der Runenmagie in sich, doch das ist ein anderes Thema."





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