Krél - die magische Energie

Wohlwollend blickt Zhorthémus dich an, als du deine Frage äußerst.

   "Es freut mich, dass du mich gerade danach fragst, denn immerhin ist das Krél die Grundlage für jegliche Magie auf Rhejvandar. Also schön, hör gut zu!

Das Krél ist eine ganz besondere Energieform, die man im Grunde auch als die Essenz allen Lebens bezeichnen kann. Du findest es überall auf Rhejvandar, wenn auch in verschieden starker Konzentration. Im Inneren unseres Planeten ist diese extrem hoch, dort vermutet man auch den Ursprung des Kréls. Hin und wieder bezeichnet man es als das Blut Rhejvans, das die gesamte Welt und jeden einzelnen Teil davon durchfließt. Durch diese Energie wird das Leben an sich auf Rhejvandar überhaupt erst möglich.

Im Gegensatz zur Inneren Welt, wo alles von der magischen Energie beherrscht wird, gibt es im Lichtreich und auch auf Myn nur sehr geringe Mengen an Krél. Doch auch für die Rhejvandari dieser Welten spielt es eine ganz besondere Rolle. So besitzt dort jedes denkende Lebewesen einen gewissen Anteil körpergebundenen Kréls, den man als das Bewusstsein bzw. die Seele bezeichnet. Dieses Krél ist eng gekoppelt mit den Gefühlen und Empfindungen seines Besitzers und wird durch dieselbigen auch beeinflusst. Normalerweise ist es untrennbar mit dem Körper verbunden und kann daher auch nicht zu magischen Aktivitäten eingesetzt werden. Entzieht man einem Individuum dieses Krél gewaltsam, so verliert es damit auch sein Bewusstsein. Was bleibt ist eine seelenlose Kreatur ohne Empfindungen und ohne eigenen Willen."


Zhorthémus hatte seine letzten Worten mit eindringlicher Stimme gesprochen und dabei wie zur Warnung einen Zeigefinger erhoben.
Ein leiser Schauer läuft dir den Rücken hinunter, weil du dir gerade vorstellst, als willenloser Zombie dein Leben fristen zu müssen, doch schon fährt der Zauberer mit mildem Lächeln fort:

   "Einige Völker Rhejvandars, auch manche Tiere und Pflanzen, besitzen aber zusätzlich noch unterschiedlich hohe Mengen an überschüssigem Krél, welches zwar auch direkt in ihren Körpern gebildet wird, aber über das sie frei verfügen können. Dieses Krél bildet die Grundlage für die magischen Fähigkeiten eines solchen Geschöpfes, denn mit seiner Hilfe können andere Dinge oder auch Lebewesen verändert bzw. beeinflusst werden. Dieser Vorgang, den wir als Magie bezeichnen, wird entweder durch das Bewusstsein, also die Gedanken des Anwenders, durch das Aussprechen magischer Formeln oder durch bestimmte Gesten und Bewegungen gesteuert. Er bedarf viel Konzentration und Übung. Auch ist die Menge des aufgewendeten Kréls mit entscheidend über die Art und die Stärke eines Zaubers. Rhejvandari, die keine solche überschüssige Energie besitzen, können mittels Krélsteinen ebenfalls Zauber bewirken, sofern sie das nötige Wissen und die entsprechenden Fertigkeiten besitzen.

Zum Schluss bedenke noch dies - auch wenn das Krél für das Leben hier auf Rhejvandar unverzichtbar ist, so kann es unter Umständen auch das genaue Gegenteil bewirken. Speziell bei den Völkern des Lichtreiches führt es oft zu Schwindelanfällen, Halluzinationen, Bewusstlosigkeit oder im schlimmsten Fall sogar zum Tode, wenn sie sich einer zu hohen Kréldosis aussetzen."




Schule der Magier