Seridos

Allgemeines:
Etwa 130 bis 200 Meilen (200 bis 300 km) nördlich von West-Lundrea, auf der Grenze zwischen dem Wilden Meer und der Seridianischen Grünsee liegt Seridos, die mit knapp 125.000 Quadratmeilen (270.000 - 280.000 km²) größte bekannte Insel Rhevandars. Zahlreiche Legenden und Mythen haben hier auf diesem geschichtsträchtigen Eiland ihren Ursprung. Historische Stätten wie die Myn'Kho-Ruinen oder auch der Drachenquell zeugen davon, dass viele von ihnen auf wahren Begebenheiten fundieren. Kein Wunder also, dass Seridos schon seit Jahrhunderten zu einem der beliebtesten Reiseziele für Pilger, Historiker und Mythenforscher zählt.

Geographie:
Lange Zeit gingen Sprachwissenschaftler davon aus, dass der Name Seridos auf die geografischen Besonderheiten der Insel zurückzuführen ist. Abgeleitet von sera (in der alten Sprache das Wort für die Ziffer Drei) und idos (Land, Gelände) übersetzte man es als das "dreigeteilte Land". Andererseits könnte es aber genausogut "Land der Legenden" bedeuten, denn in der alten Sprache (Alviara) lautet das Wort für Legende seridea.
Doch welche der beiden Möglichkeiten letztendlich für die Namensgebung auch ausschlaggebend war, betrachtet man die geografischen Gegebenheiten der Insel genauer, so lässt sich die Bedeutung der Ziffer Drei nicht verleugnen. Auffällig wird dies wohl vor allem durch die besondere Form des Sunara-Gebirges, dessen Bergketten im Westen der Insel zwei Ringe bilden, dazu einen dritten, nicht ganz geschlossenen im Osten. Durch sie wird Seridos in drei Talkessel unterteilt, von denen jeder mit einer völlig anderen Flora und Fauna aufwartet. So stößt man im nordwestlich gelegenen Sicheltal vorwiegend auf Ödland mit felsigen Böden und nur spärlichem Pflanzenwuchs. Einzige Ausnahme bilden hierbei die Ufer des Arylon sowie des Mamorsees, an denen man eine etwas üppigere Vegetation vorfindet.
Im Tal der Hoffnung, zu dem man vom Sicheltal aus über einen natürlich entstandenen Höhlengang gelangt, wird die Landschaft von artenreichen Mischwäldern geprägt. In dieser Region, die vom südlichen Gebirgsring eingeschlossenen wird und neben der Höhlenverbindung zum Sicheltal keinen weiteren begehbaren Zugang besitzt, wurde einst die erste Stadt der Insel errichtet.
Der dritte Talkessel, auch als Nalbabecken bekannt, liegt im Osten der Insel. Hier befinden sich die fruchtbarsten Landstriche von Seridos. Die saftigen Wiesen, die nur wenig Baumbestand aufweisen, eignen sich gut für die bäuerliche Bewirtschaftung, daher sind sie auch stärker besiedelt als der Rest der Insel. Mit dem im Jahre 712 n.R. künstlich angelegten Nordost-Tunnel wurde von hier aus eine gut passierbare Verbindung zum Sicheltal geschaffen, zudem ist die Bergkette nach Süden hin unterbrochen, so dass die Küste mit der Hafenstadt Perl problemlos erreicht werden kann.

Die Meere um Seridos sind, ebenso wie die Seen und Flüsse, reich an Fischen. Insbesondere die den Süden der Insel berührende Seridianische Grünsee ist für ihre zahlreichen Fisch- und Muschelarten bekannt - obendrein gilt sie als ruhiges Gewässer. Dies und auch die flachen Strände der Perlenküste ließen den Süden von Seridos schon früh für die Fischerei sowie die Schifffahrt interessant werden. Ganz anders das im Norden angrenzende Wilde Meer. Mit seinen gefährlichen Strömungen macht es das Befahren mit Schiffen sehr riskant. Auch wegen der hier häufig auftretenden Unwetter meiden erfahrene Kapitäne diesen Bereich und segeln lieber in einem Bogen um die Insel herum.

Doch auch mit Binnengewässern ist die Insel recht gut bestückt, es gibt in jedem der drei Täler Flüsse und wenigstens einen größeren See. Besonders sehenswert sind die Wasserfälle im Norden, deren riesige Kaskaden ihresgleichen auf Rhejvandar suchen. Hinter ihnen befinden sich die Eingänge zu den Drachenhöhlen, einem weitverzweigten Höhlensystem, um das sich viele Legenden ranken. So soll der tief im Berginneren verborgene Drachenquell einst die Seele des letzten Weißen Drachen beherbergt haben und seinem Wasser sagt man noch heute heilende Kräfte nach.

Klima:
Das seridianische Klima wird stark von den umliegenden Meeren beeinflusst und lässt sich im Allgemeinen als mild und regenreich beschreiben. So liegen die Durchschnittstemperaturen während der Wintermonate bei 1 bis 7 Grad im Flachland. Stärkere Kälteeinbrüche und Schneefälle sind selten. Meist kommen sie auch nur in den höher gelegenen Bergzonen vor.

Die Winter sind auf Seridos die kürzeste und niederschlagsärmste Zeit des gesamten Jahres, mit Beginn des Frühjahrs wachsen Häufigkeit und Menge der Niederschläge jedoch enorm an. Auch im Sommer und Herbst regnet es oft. Selbst an sonnigen Tage kann man zwischendurch immer mal wieder von Schauern überrascht werden.
Die Sommer beginnen hier schon sehr zeitig und dauern nicht selten bis in die frühen Herbstmonate hinein. Mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 17 und 21 Grad sind sie nur mäßig warm. Hin und wieder erreicht das Thermometer auch mal Werte um 25 Grad, aber richtig heiß wird es auf Seridos nur in Ausnahmefällen.


Besiedelung:
Bis Anfang des sechsten Jahrhunderts galt die Insel Seridos, auf der sich heute eins der großen Hjalvenreiche befindet, als Niemandsland. Zu dieser Zeit war das Eiland so gut wie unbewohnt, erst nach der Verwüstung des schwebenden Reiches Myn änderte sich dies. Die überlebenden Myn‘Kho konnten sich mithilfe Weißer Drachen retten und gelangten über den Luftweg nach Seridos, wo sie Unterschlupf suchten. 527 n.R. begannen sie mit dem Bau einer Stadt, versteckt in den Wäldern des südlichen Talkessels. Doch Khoponia, die neue Heimat der Myn'Kho, sollte nicht lange bestehen. Nur zwei bis drei Generationen später, im Jahre 604 n. R., fiel sie als Auftakt der Schattenkriege den Heeren des körperlosen Dämons Thaolos zum Opfer.
Eine erneute Besiedlung Seridos' fand erst fast zweihundert Jahre später statt. Gegen Ende des achten Jahrhunderts gelangte eine Gruppe von Hjalven auf die Insel und macht sich die bis dahin unbekannten fruchtbaren Landstriche zu eigen. Inzwischen hat sich aus der einst verlassenen Insel das blühende Reich Seangretta entwickelt, das mehrere Städte und Siedlunge umfasst. Während Windrun und Rhakjar sich im Inneren des Landes befinden und die Insulaner mit Ackerbau und Viehzucht versorgen, liegen die wichtigsten Einnahmequellen der Hauptstadt Perl im Fischfang sowie der Perlenfischerei. Vor allem für zweiteres hat Seangretta, das heute mehr als 3000 Einwohner (meist hjalvischer Abstammung) beherbergt, große Bekannheit erlangt.

Neben den Ruinen, die noch von der vergangenen Schönheit Khoponias zeugen, findet man im Nordosten ein weiteres Überbleibsel der Schattenkriege - die Militärfestung Aflar. Lange Zeit war das einstige Kriegsgebäude und Gefängnis verlassen, wird nun aber von Seangretta als Basis für militärische Ausbildungen und als Waffenschmiede genutzt.



Karte von Seridos

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