Kräutersammler

Schon seit Anbeginn der Zeit gab es auf Rhejvandar Heiler, Kräuterweibel und Medizinmänner, die sich mit dem Sammeln und der Verwendung von Heilpflanzen befassten. Inzwischen hat sich das Kräutersammeln bei einigen Völkern (Hjalven, Brún) zu einem eigenständigen Handwerk entwickelt, das nicht nur von einer einzelnen Person, sondern häufig von der gesamten Familie ausgeübt wird. Dabei beschränkt man sich meist nur noch auf das Sammeln und fachgerechte Trocknen der Heilpflanzen, während die weitere Verarbeitung zu Arzneien und deren Anwendung den Apothekern und Medizinern überlassen wird. Stattdessen wird manch geeignetes Kraut in den Gärten der Kräutersammler angebaut, um sie schneller und in größeren Mengen vorrätig zu haben.

Der Kräutersammler gibt sein Wissen, das er im Lauf seines Lebens erlangt hat, an die folgenden Generationen seiner Familie weiter. Kinder und Enkel lernen schon frühzeitig, welche Pflanzen gesundheitsfördernde Wirkungen besitzen, wann und wo die verschiedenen Arten zu finden sind und welche Mengen man sammeln darf, ohne den Fortbestand der Pflanzenart zu gefährden. Auch das Trocknen bedarf einiger Kenntnisse, damit die heilende Wirkung der Ware erhalten bleibt.

Besonders konzentriert findet man den Beruf des Kräutersammlers in Wiesingen, einem kleinen Dorf am südlichsten Zipfel von West-Lundrea. Grund dafür ist die große Vielfalt an heimischen Kräutern in dieser Gegend.
Doch auch in anderen Ländern hat die Natur viel Heilsames zu bieten.

Für einen Käutersammler gibt es fast das ganze Jahr über zu tun. Sogar in den kalten Monaten kann man nützliche Gewächse finden und einige wachsen sogar nur bei Eis und Schnee.
Gesammelt werden nicht nur krautige Pflanzen und Blütenstände, sondern auch junge Sprosse, Blätter, Wurzeln, Früchte, Samen, Pilze und Rinden. Zu Hause wird das Sammelgut nochmal genau geprüft und sortiert. Anschließend kommt es zum Trocknen auf den Dachboden, wo es in Bündeln aufgehängt oder auf Lattenrosten ausgebreitet wird. Regelmäßiges Kontrollieren und Wenden sind beim Trocknungsprozess Pflicht, damit das Trockengut, das später an Apotheken und Mediziner verkauft werden soll, eine gute Qualität erhält.



Kammer des Handwerks