Bibliothekar

Dieser Beruf ist zusammen mit dem Bau der Bibliotheken in Mearun und Ankat-Mor im vierten Jahrhundert entstanden. Zu dieser Zeit wurden die bisher verfassten Bücher von einigen auserwählten Leuten gesammelt oder in mühseliger Arbeit von Hand abgeschrieben, um so eine zentrale Sammlung möglichst aller Schriftwerke zu erhalten. Hierbei handelte es sich aber zum Großteil um hjalvische Bücher, da es oftmals Schwierigkeiten gab, in den Besitz der Werke anderer Völker zu gelangen. Mit der Zeit vergrößerte sich aber auch die Sammlung dieser Schriften. Da die Gefahr bestand, dass die Bücher durch lange Reisen in ganz Rhejvandar verloren gingen oder beschädigt wurden, beschlossen die Länder, zwei Bibliotheken einzurichten.
So wurden die Schriften aus Lundrea und Elmjard nach Ankat-Mor gebracht, die Folianten und Pergamentrollen aus den restlichen Ländern kamen nach Mearun. Inzwischen gibt es jedoch viele Exemplare sowohl in der Bibliothek von Ankat-Mor als auch in der von Mearun. Diese Werke wurden vervielfältigt, um mehr Völkern die Möglichkeit zu geben, sie zu lesen, ohne weite Reisen unternehmen zu müssen.

Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerten sich die beiden Bibliotheken soweit, dass ein Großteil der Schriften unterirdisch gelagert werden musste. Unter der Erde war es einfacher, die Hallen und Säle immer weiter zu vergrößern.

Die Bibliotheken wurden in verschiedene Bereiche eingeteilt. Meist befinden sich in ein oder zwei großen Räumen alle Werke zu einem bestimmten Wissensgebiet. So wird den Besuchern ermöglicht, schneller an die gewünschte Literatur zu gelangen. Doch nicht jeder Rhejvandari kann auf jedes in der Bibliothek vorhandene Buch zugreifen. Um spezielle Literatur benutzen zu dürfen, müssen einige Vorraussetzungen erfüllt sein. Jeder Besucher muss eine einmalige Gebühr zahlen, um sich einen Lesepass ausstellen zu lassen. Diese Urkunde enthält zu Beginn ein einfaches Siegel in Form eines Sterns, mit dem der Bürger Rhejvandars lediglich Zutritt zu jenen Sälen erhält, in denen Unterhaltungsliteratur sowie einfache Nachschlagewerke und Ratgeber für den Alltag aufbewahrt werden.
Bei regelmäßigen Besuchen der Bibliothek kann dem Leser ein zweites Siegel in die Urkunde eingetragen werden. Hierbei handelt es sich um einen silberfarbenen Stern. Er berechtigt den Nutzer, auf Fachliteratur wie beispielsweise naturwissenschaftliche Bücher und historische Berichte zuzugreifen. Zusätzlich gibt es noch ein drittes Sternsiegel, welches jedoch nur wenige auserwählte Personen erhalten. Diese müssen sich durch eine besondere gesellschaftliche Stellung oder spezielle Dienstleistungen dafür qualifizieren. In den durch einen dafür ausgebildeten Bibliothekar bewachten Dreisterne-Räumen befinden sich Schriften zum Thema Magie sowie andere geheime Dokumente. Durch diese Regelung soll verhindert werden, dass Unbefugte an diese Informationen gelangen und sie für illegale Zwecke nutzen.
Der Lesepass gilt sowohl in der Mearuner Bibliothek als auch in der von Ankat-Mor. Dadurch soll ihre Zusammenarbeit und Zugehörigkeit zueinander verdeutlicht werden.

Die ersten Bibliothekare waren damals diejenigen, die durch ganz Rhejvandar reisten, um alle Bücher zusammenzutragen. Dazu gehörten sowohl Kopien von Dorf-Chroniken und Forschungsberichte von Wissenschaftlern als auch Ratgeber für Alltagssituationen und Romane.
Sobald alle wertvollen Dokumente gesammelt worden waren, änderte sich die Aufgabe der Bibliothekare. Seitdem kümmern sie sich nun um die Pflege und Verwahrung der Bücher. Sie teilen die Werke in verschiedene Kategorien ein, stellen sie entsprechend in großen Regalen auf und achten darauf, dass die Besucher die Folianten ordentlich behandeln. Es wird sehr genau Buch darüber geführt, welche Werke an wen ausgeliehen werden, und dafür Sorge getragen, dass nichts einfach mitgenommen wird.

Neben der Pflege der vorhandenen Bestände sind einige der Bibliothekare immer noch dafür zuständig, Rhejvandar zu bereisen um weitere Schriftstücke zu sammeln. Obendrein beschäftigen sich viele auch mit dem Abschreiben der Bücher, wenn diese schon sehr alt sind oder ein weiteres Exemplar zur Ausleihe oder wichtigen Studien benötigt wird. Diese Arbeit nimmt oft Wochen oder Monate in Anspruch.

Die Grundausbildung ist für jeden Bibliothekar gleich. Erst im letzten halben Jahr der Lehre kann er sich auf ein oder zwei Bereiche spezialisieren. So beschäftigen sich manche ihr ganzes Leben nur mit dem Kopieren von vorhandenen Werken, andere konzentrieren sich auf die Betreuung eines bestimmten Themas innerhalb der Bibliothek, über das sie sich dann besonders viel Wissen aneignen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, sich nach einigen Jahren einer anderen Aufgabe zuzuwenden. Außerdem muss jeder in der Lage sein, die Arbeit eines anderen Bibliothekars zu übernehmen, sollte dieser krank werden oder aus anderen Gründen ausfallen.



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